🌉 Schwingungen bei Aluminiumbrücken
Warum Leichtigkeit kein Nachteil ist
Ein häufig diskutiertes Thema bei Aluminiumbrücken sind Schwingungen. Tatsächlich besitzt Aluminium nur etwa ein Drittel der Dichte von Stahl. Dadurch entstehen besonders leichte Tragwerke, die auf dynamische Belastungen – beispielsweise durch gehende oder laufende Personen – sensibler reagieren können als massive Stahl- oder Betonbrücken.
Das bedeutet jedoch keineswegs, dass Aluminiumbrücken unsicher sind. Im Gegenteil: Das Schwingungsverhalten lässt sich heute bereits während der Planung sehr präzise berechnen.
📐 Jede Brücke schwingt
Ein wichtiger Grundsatz im Brückenbau lautet:
Jede Brücke schwingt – entscheidend ist nur, wie stark und ob der Nutzer diese Schwingungen wahrnimmt.
Ob Beton, Stahl oder Aluminium – jede Konstruktion besitzt ihre eigene Eigenfrequenz.
Die Aufgabe des Ingenieurs besteht darin, diese bereits bei der Planung so zu beeinflussen, dass ein angenehmes und sicheres Begehen gewährleistet ist.
📊 Anforderungen nach Eurocode
Nach den Vorgaben des Eurocode wird bei Fuß- und Radwegbrücken eine weitergehende dynamische Untersuchung erforderlich, wenn die erste vertikale Eigenfrequenz unter 5 Hz liegt.
Für horizontale Schwingungen gilt ein Richtwert von 2,5 Hz.
Liegt die Eigenfrequenz darunter, wird geprüft, ob die zu erwartenden Beschleunigungen innerhalb der zulässigen Komfortgrenzen liegen.
Die reine Eigenfrequenz entscheidet also nicht allein über die Qualität einer Brücke – ausschlaggebend ist das tatsächliche Schwingungsverhalten.
⭐ Unser Qualitätsanspruch geht weiter
Bei Glück verfolgen wir bewusst einen höheren Anspruch.
Unser Ziel ist grundsätzlich eine vertikale Eigenfrequenz von mindestens 5 Hz. Dadurch bewegen sich unsere Brücken möglichst außerhalb des kritischen Bereichs, in dem Fußgängerschritte Resonanzeffekte hervorrufen können.
So schaffen wir nicht nur sichere, sondern auch besonders komfortable Aluminiumbrücken.
⚙️ Schwingungsdämpfer für maximalen Komfort
Sollte eine Berechnung im Einzelfall zeigen, dass dieser Komfortbereich nicht vollständig erreicht wird, kommen speziell abgestimmte Schwingungsdämpfer (Tuned Mass Damper) zum Einsatz.
Diese werden nach der Fertigstellung exakt auf das tatsächliche Schwingungsverhalten der Brücke abgestimmt und anschließend unauffällig im Brückenboden integriert.
Obwohl dieses Verfahren zusätzliche Kosten verursacht, verbessert es das subjektive Empfinden der Nutzer erheblich.
💡 Erfahrung schafft Vertrauen
Unsere Erfahrung aus zahlreichen realisierten Aluminiumbrücken zeigt, dass sich auch große Spannweiten dauerhaft komfortabel und sicher nutzen lassen.
Durch moderne Berechnungsmethoden, umfangreiche Praxiserfahrung und – falls erforderlich – den gezielten Einsatz von Schwingungsdämpfern entstehen Brücken, die nicht nur technisch überzeugen, sondern sich auch für Fußgänger und Radfahrer angenehm anfühlen.
✨ Prof. Dimitris Kosteas über das Schwingungsverhalten